Warum ein Skizzenbuch so wichtig ist

Wie wichtig ein Skizzenbuch eigentlich ist, habe ich Ende 2016 erst realisiert. Da habe ich mein kleines A5 Sketchbook fast gefüllt gehabt und mir ein neues in A4 geholt. Deswegen will ich hier einmal auflisten, warum es so unglaublich wichtig ist, ein Skizzenbuch zu führen.

Ich habe erst 2015 angefangen, ein Skizzenbuch zu führen und es auch so ziemlich vernachlässigt. Davor habe ich immer mal wieder was angefangen, aber Zeichnen war da für mich eigentlich nur so ein kleines Hobby, was ich ab und zu mal als Ausgleich zum Alltag nutzte. Ich habe mir mal ein paar alteSkizzenbücher angeschaut und sogar Sachen von 2012 gefunden. Ich frage mich, was ich das ganze Jahr über gezeichnet habe und wo die Sachen hin ist, denn einem Skizzenbuch sind Bilder von 2012, 2013 und 2014, aber nie wirklich durch gehend ein Jahr. Was schade ist, denn wenn ich damals schon ein Skizzenbuch geführt und den Anspruch an mich gehabt hätte, jeden Tag zu zeichnen, wäre ich wohl jetzt wesentlich besser.

Ideen kann man immer haben – die aber fest zu halten ist super wichtig!
  1. Kreative Freiheit
    Wenn du ein Skizzenbuch führst, bist du an nichts gebunden und kannst einfach drauf los zeichnen. Lass das unnötig lange Nachdenken über richtige Perspektive oder Pose. Du kannst deine Ideen einfach zu Papier bringen. Außerdem lässt es Raum, auch mal aus seiner eigenen Komfortzone zu entkommen und neues auszuprobieren, ohne das du Material verbrauchst, was zu teuer dafür ist.
  2. Material ausprobieren
    Ich wollte schon immer verschiedene Materialien ausprobieren & gerade ein Skizzenbuch ist ein guter Ort, um dies zu tun. Natürlich brauchst du auch dort passendes Material, aber mit „Mixed Media“ machst du eigentlich nichts verkehrt, wenn es darum geht neue Sachen auszuprobieren. Im Skizzenbuch bekommst du ein Gefühl für das neue Material & kannst es dann passend umsetzen

    Auch mal was Neues ausprobieren und so aus der Komfortzone heraus kommen!
  3. Ideen festhalten
    Plötzlich kommt dir die Idee für eine neue Illustration oder Zeichnung – und hier kannst du sie unterbringen. Schnell und grob, um alles Weitere dann in Ruhe auszuarbeiten. So geht dir nichts verloren, du hast einen groben Umriss und kannst auch mal völlig freigeistig Neues ausprobieren, wozu du dich zuvor noch nie getraut hast.
  4. Stressreduktion
    Einfach mal drauf losmalen und die Seele baumeln lassen – das hilft zur Ruhe zu kommen, den Gedanken freien Lauf zu lassen und mal vom Alltag abzuschalten. Außerdem sollte ein Skizzenbuch nie den Druck von perfekten Zeichnungen vermitteln. Gerade das „Rumgekritzel“ ist hierbei besonders wichtig.

    Wenn man gerade dabei ist, Dinge zu vertiefen, ist das Skizzenbuch auch genau richtig!
  5. Dinge Üben und vertiefen
    Du willst etwas bestimmtes üben? Das Skizzenbuch ist der perfekte Ort, um auch ein wenig deinen Fortschritt zu dokumentieren. Wenn du ein Thema hast, setz dich hin und spende Seite für Seite Zeit für dieses Thema, bis du zufrieden mit dir bist. Ich nutze mein Skizzenbuch auch gerne mal für solche Dinge.

    Eine Seite aus einem alten Skizzenbuch, was ich nicht befüllt habe. Der Unterschied zu heute ist bemerkenswert, finde ich. Das war von 2014
  6. Prozess beobachten
    Ich habe mir, wie oben beschrieben, alte Skizzen angesehen und war erschrocken, dass ich doch so einen Fortschritt gemacht habe und auch in meinem jetzigen Skizzenbuch den Unterschied von Anfang 2017 und jetzt gesehen. Und es geht so schnell, investiert man nur mind. 30 Minuten am Tag. Ich sollte zwar auch wesentlich öfter Posen und bestimmte Körperteile üben – aber da muss ich auch über meinen Schatten springen!

    Ein Eintrag aus meinem anderen Skizzenbuch, von 2017. Wesentlich detailreicher und auch schon mehr als „nur“ grobe Skizzen.
  7. Durch Skizzen zu fertigen Bildern gelangen
    Wenn ich Skizzen anfertige überlege ich, wie ich damit weiter verfahren könnte – zeichne ich sie „ab“ und mache daraus eine Illustration? Ist sie nur zum Üben entstanden? Manchmal entstehen aus spontanen Skizzen wunderschöne Werke, weshalb ein Skizzenbuch für jeden, der etwas Kreatives schafft, unumgänglich ist. Meiner Meinung nach. Skizzenbücher bieten so viele Möglichkeiten, auszuprobieren, über die eigenen Grenzen hinweg Dinge zu erschaffen. Und das Schöne: Im Grunde muss das auch niemand sehen 😉

    Deshalb habe ich auch eine Challenge an mich selbst gestellt, jeden Tag zumindest eine kleine Skizze anzufertigen und mind. 30 Minuten zu zeichnen. Oft schaffe ich es nicht aus meiner Komfortzone heraus, aber ich glaube, das bedarf Motivation und noch ein bisschen Arbeit, dann sollte das klappen.

    Habt ihr Skizzenbücher und wenn ja, womit befüllt ihr sie? Mit Gedanken, Skizzen, Ideen?

 

 

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